KI in der Agentur: Was bei uns wirklich funktioniert und was nicht
„Nutzt ihr eigentlich KI?“ Diese Frage bekommen wir mittlerweile fast in jedem Erstgespräch gestellt. Die ehrliche Antwort: Ja, ständig. Aber nicht so, wie viele sich das vorstellen.
Bei triverti connects testen wir laufend neue Tools und Prozesse – mit einem klaren Ziel: für unsere Kunden effizienter zu arbeiten, ohne dabei an Qualität zu verlieren. Mittlerweile steckt KI fast überall drin, wo wir arbeiten. Von Photoshop und Illustrator über Canva bis zu unseren Analyse-Tools – kaum eine Software kommt heute noch ohne KI-Funktionen aus.
Zeit für ein ehrliches Zwischenfazit: Was hat sich bei uns bewährt? Wo sind wir vorsichtig geworden? Und wie sieht unser aktuelles Toolkit aus?
Tools gibt es wie Sand am Meer
ChatGPT oder Claude? Welche Video-KI ist besser – Higgsfield oder eine der zehn Alternativen? Diese Diskussionen laufen gerade überall, auch bei uns im Team. Unsere Haltung dazu ist entspannt: Wer lieber in ChatGPT arbeitet, soll das weiterhin tun. Wem die Oberfläche von Claude sympathischer ist, ist bei uns genau richtig.
Für den normalen Anwendungsfall – Texte entwerfen, Ideen sammeln, Informationen strukturieren – sehen wir kaum Unterschiede zwischen den großen Modellen. Da wo es für uns wirklich spannend wird, ist bei den spezifischen Anwendungsfällen. Und genau da haben wir in der Praxis ein paar klare Learnings gemacht.
Was nicht funktioniert: Creatives aus dem Automaten
Ein Punkt ist uns besonders wichtig, und den sagen wir auch ganz offen: Flyer, Social-Media-Grafiken oder Veranstaltungsposter bitte nicht einfach in ChatGPT generieren lassen.
Diese Bilder sehen alle gleich aus. Austauschbar, glatt, ohne Ecken und Kanten – ein KI-generierter Einheitsbrei, den man auf den ersten Blick erkennt. Uns persönlich ist da jedes selbst gestaltete, vielleicht sogar leicht unperfekte Poster lieber als so ein generisches Ergebnis. Denn genau diese Ecken und Kanten machen eine Marke erkennbar. Eine Marke, die wie tausend andere aussieht, bleibt niemandem im Kopf.
Was gut funktioniert: Claude Design, wenn die Vorarbeit stimmt
Anders sieht es bei Claude Design aus (erhältlich ab der Pro-Version). Das Tool hat seine Macken, keine Frage. Aber: Wer seine Marke sauber hinterlegt hat – Brand Guide, Schriften, Logo, Farben – und dazu eine gut aufgebaute Website, dem kann Claude Design richtig viel Zeit sparen.
Der entscheidende Punkt dabei: Die Reihenfolge muss stimmen. Der Mensch kreiert die Marke. Die KI übernimmt danach die eher lästigen, sich wiederholenden Aufgaben – zum Beispiel Social-Media-Postings aus einem bestehenden Konzept nachbauen. Die eigentlichen Ideen, die Inhalte für Carousels, die Themen dahinter – die kommen bei uns immer noch aus der Agentur oder direkt von unseren Kunden. KI ersetzt diesen kreativen Kern nicht, sie beschleunigt das, was danach kommt.
Unser aktuelles Toolkit – ein ehrlicher Einblick
Wir haben kürzlich in einem Instagram-Carousel gezeigt, welche fünf KI-Tools bei uns aktuell täglich im Einsatz sind. Hier noch einmal im Überblick, was sich bewährt hat. Wichtig dabei: Unser Toolkit und unsere Anwendungsfälle ändern sich laufend. Was heute funktioniert, kann in ein paar Monaten schon durch ein besseres Tool ersetzt sein. Die folgende Liste ist deshalb auch nicht vollständig – das würde den Rahmen hier sprengen.
Google AI Studio – für Bilder und Videos direkt aus Prompts. Ideal für Social Content, Produktvisuals und E-Commerce. Unser Tipp: den Prompt nicht selbst formulieren, sondern von einer KI generieren lassen, in der bereits die Brandmaterialien hinterlegt sind. Dann rein kopiert ins AI Studio.
Metricool – für Planung, Veröffentlichung und Analyse aller Kanäle an einem Ort, inklusive Google Ads und Meta-Werbekampagnen. Wer Metricool mit den eigenen Analytics verbindet, bekommt Muster in den Top-Posts sichtbar gemacht, die man selbst kaum erkennt.
Manus – für KI-gestützte SEO- und Ads-Analysen. Das Tool recherchiert eigenständig und liefert strukturierte Reports. Perfekt, um lästige Analyseaufgaben auszulagern.
Claude Family – von Cowork für komplexere Aufgaben bis Claude Design für Visuals. Deckt bei uns mittlerweile einen großen Teil der Marketing-Workflows ab. Wie oben schon beschrieben: entscheidend ist, wie viel Kontext man dem System gibt.
Soundraw – für lizenzfreie Musik, maßgeschneidert auf Mood, Tempo und Länge des Videos. Kein Copyright-Strike, keine Lizenzprobleme. Besonders praktisch für Reels und Stories.
Human in the Loop – unser wichtigster Grundsatz
Bei allem, was wir mit KI machen, gilt bei uns ein Prinzip über allem: Human in the Loop. Das heißt konkret:
So viel Kontext wie möglich liefern, damit die Systeme wirklich verstehen, wie eine Marke tickt
Ergebnisse immer gemeinsam mit der KI adaptieren und anpassen – nie blind übernehmen
Lästige Analyseaufgaben outsourcen, weil die KI Muster findet, die man selbst fast nie sieht
KI ist bei uns kein Ersatz für kreatives Denken. Sie ist ein Verstärker. Die Strategie, die Marke, der Ton – das bleibt Aufgabe von Menschen. Die KI übernimmt das, was danach kommt: schneller, skalierbarer, aber immer mit jemandem, der gegenliest und anpasst.
Fazit: Testen, einordnen, nicht blind vertrauen
Unser Zugang zu KI-Tools ist pragmatisch. Wir probieren laufend Neues aus, behalten aber genau im Blick, wo ein Tool wirklich Zeit spart – und wo es am Ende mehr Nacharbeit verursacht, als es einspart. Unser Toolkit von heute ist nicht das Toolkit von morgen, und genau so soll es auch sein. Bei Text- und Analyseaufgaben sind wir mittlerweile sehr weit. Bei Creatives bleiben wir bewusst zurückhaltend, weil uns die Handschrift unserer Marke und unserer Kunden wichtiger ist als schnelle, austauschbare Ergebnisse.
Am Ende bleibt es dabei: Die KI ist so gut wie der Kontext, den man ihr gibt. Und dieser Kontext – Brand Guide, Tone of Voice, echte Ideen – kommt bei uns immer noch von Menschen.
Neugierig, wie das für deine Marke aussehen kann?
Wir zeigen dir gerne, welche Tools und Prozesse für dein Unternehmen wirklich Sinn ergeben – und wo der Mensch am Steuer bleiben sollte.